Vielschichtig

Auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik Kehrl in Cottbus, in unmittelbarer Nähe zur Spree, entsteht die neue Baumkuchenmanufaktur. Hier steht ein altes Kesselhaus, von dem nur noch die roten Backsteinmauern und ein Schornstein erhalten geblieben sind. Der Entwurf setzt auf ein unabhängiges und schlichtes Bauwerk, das einen modernen Kontrast zu den alten Gemäuern bildet. Eine Struktur aus Glas, Metall und Beton wird als eigenständiges Element in die bestehende Architektur eingefügt. Die historischen Mauern bleiben erhalten.

Das neue Gebäude ragt über die alten Mauern hinaus und schafft so eine markante Präsenz. Ähnlich der Schichtung eines Baumkuchens entsteht eine visuelle Struktur: Außen die roten Backsteinmauern, gefolgt von einer Luftschicht, einer Schicht aus Glas und Metall, und im Inneren der Betonkern. Im Erdgeschoss befindet sich das Café und die Schauküche. Die Besucher können während des Verzehrs die Backenden bei der Zubereitung der Baumkuchen beobachten. Das erste Obergeschoss beherbergt einen Ausstellungsbereich, in dem Informationstafeln und historische Werkzeuge zur Herstellung von Baumkuchen gezeigt werden. Gleichzeitig bietet es Einblicke in die Manufaktur. Im zweiten Obergeschoss befinden sich die Räumlichkeiten für die Mitarbeitenden.

Ein spezielles Tragwerk ermöglicht die stützenfreie Schauküche über zwei Geschosse. Überzüge auf dem Dach tragen durch Zugelemente die Bodenplatte des zweiten Obergeschosses und sorgen für eine offene Raumstruktur.